Freundeskreis Feldbahn

Weihnachtsmarkt Großhöchberg


Wo ein ganzes Dorf zum Weihnachtsmarkt wird
Weihnachtsmarkt mit Feldbahn in 80-Seelen-Gemeinde

„Bitte alles einsteigen!“ Der Schaffner schiebt sich seine Mütze ins Gesicht, schließt die gelben Schiebetüren des Eisenbahnwaggons und bläst einmal kräftig in seine Trillerpfeife. Mit einem Ruck setzen sich die drei Waggons in Bewegung – am einen Ende des Zugs eine Dampflok, am anderen die Diesellok. Zielbahnhof: Weihnachtsmarkt Großhöchberg.

Mitten in den Löwensteiner Bergen, da, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen – so könnte man zumindest meinen – feierte am Wochenende der Spiegelberger Teilort zum ersten Mal „Weihnachten in Großhöchberg“. Dazu verwandelte sich die 80-Seelen-Gemeinde in einen nostalgischen Weihnachtsmarkt – mit lebendiger Krippe, Weihnachtsorchester und -gesang, einem Puppenspiel und einer Feldbahn. Die Idee dazu kam Siegfried Malek, dem ersten Vorsitzenden des Musikvereins Spielberg. Nachdem es dieses Jahr keinen Weihnachtsmarkt in Spiegelberg selbst gibt, suchte er nach einem neuen Standort und wurde vor seiner eigenen Haustüre fündig. Denn Malek ist selbst Großhöchberger. Er versammelte seine Nachbarn in der Dorfwirtschaft und lud jeden ein, auf den Zug aufzuspringen. „Tja, und dann war das Stichwort ‚Zug‘ gefallen“, erzählt Malek schmunzelnd.

Manfred Schaible, Lehrer und stellvertretender Bürgermeister von Spiegelberg, hat so einen Zug: eine Schmalspurlokomotive und dazu passende offene Personenwaggons. Der war auch gleich begeistert von der Idee. Was fehlte, waren aber Gleisjoche, die man in Großhöchberg verlegen konnte. So kam es, dass zum ersten Großhöchberger Weihnachtsmarkt auch der Freundeskreis Feldbahn von Michael Jahnle aus Nellmersbach anreiste: mit 200 Metern Feldbahnschienen, einer Diesellokomotive und einem großen beheizbaren Waggon.

„Wir verlegten die Gleise so, dass unser Feldbahnzug die Besucher vom Parkplatz zum Weihnachtsmarkt und zurück bringen kann“, erklärt Schaible das Konzept. Und es geht auf: Hier wie da herrscht reger Betrieb auf den kleinen hölzernen Bahnsteigen. Die Unerschütterlichen nehmen gleich hinter der kleinen grünen Dampflok in den offenen Wagen Platz. Die Verfrorenen klettern in den großen Waggon, in dem ein kleiner Gasofen für ein wohliges Gefühl sorgt. „Wer hätte das gedacht, dass wir in Großhöchberg mal mit der Eisenbahn fahren!“, meint eine Besucherin begeistert. Mit insgesamt zwölf Ausstellern, alles Privatleuten, dem Singkreis Großhöchberg und dem Spiegelberger Musikverein ist es ein kleiner, aber feiner Markt. Wer sich keine eigene Bude zimmern wollte, funktionierte kurzerhand die Garage um. In der „Scheira Boiz“ von Malek sitzt man sogar im Warmen, auf Stroh gebettet.

„Es sind unheimlich viele Besucher von außerhalb gekommen“, freut sich Malek. „So ein ländlicher Markt und dann auch noch mit Feldbahn, das macht eben neugierig“. Kommendes Jahr soll es ihn wieder geben, den Weihnachtsmarkt. Dann sogar mit altem Handwerk und Brauchtümern zum Zuschauen und Mitmachen.

Von Mareike Jahnle Freie Journalistin

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